Arch Linux | Installation

linux

Arch Linux Installation über die Textkonsole

Eine ausführliche Anleitung für Einsteiger und Fortgeschrittene
Stand: 24. September 2019

Anleitung als PDF hier herunterladen:
Arch-Linux.Installation.pdf


Übersicht

a. Einleitung
b. Voraussetzungen und Vorgaben
c. Vorbereiten eines Live-ISO Bootsticks
d. Arch Linux Live-Stick booten und erste Vorbereitungen
e. Partitionierung der Festplatte
f. Dateisysteme anlegen
g. Dateisysteme einhängen
h. Installation des Basissystems
i. fstab erzeugen
j. GRUB Bootloader per UEFI installieren
k. Systemkonfiguration
l. Installation und Konfiguration von X
m. Grafiktreiber installieren
n. Der Xfce Desktop


a. Einleitung

Die Installation von Arch Linux ist kein Hexenwerk. Diese Distribution besitzt keinen graphischen Installer und die Basisausstattung von Arch Linux ist nur einige 100 MB groß. Mich hat es irgendwann gereizt, das System von Grund auf per Kommandozeile in der Shell zu installieren und "nebenbei" einige Kenntnisse zu den Grundfunktionen von Linux zu sammeln.

Der Haken an der Sache: Für das Einrichten und Erweitern des Betriebssystems braucht es Einarbeitung und viel Zeit!

Je nachdem, wieviele Pakete installiert sind und wie aktuell das System ist, kann dies eine Weile dauern. Hierbei wird die Repository-Datenbank synchronisiert und die Pakete des Systems aktualisiert. Manchmal ist es auch ratsam, sich vorher über Lösungsvorschläge und Anleitungen über wichtige Updates und Änderungen des Gesamtsystems zu informieren. Als sehr hilfreich erweist sich die Seite:

https://www.archlinux.de/

b. Voraussetzungen und Vorgaben

Mit Hilfe der Video-Reihe Total Arch Linux von unicks.eu und der ausführlichen deutschen Anleitung zur Arch Linux Installation https://wiki.archlinux.de/title/Anleitung_für_Einsteiger ist diese angepaßte Schritt-für-Schritt Anleitung entstanden.

Es gibt im Netz zwar eine Reihe an ausführlichen Anleitungen, um Arch Linux zu installieren, doch oftmals sind sie leider nicht aus "einem Guß". Sie verzetteln sich dabei mehr oder weniger in Verweise und Verlinkungen auf eine andere Quelle bzw. Webseite, wie man es gerade an dem deutschen Archlinux Wiki sehen kann. Im offiziellen englischen Arch Wiki ist der Einsteiger-Guide für mich völlig unverständlich sogar komplett vom Netz herausgenommen worden. Das erschwert es Einsteigern unnötig, sich in den Anleitungen zurechtzufinden. Mitunter sind sie auch veraltet oder beziehen sich auf das veraltete BIOS und nicht auf das aktuelle UEFI, welches bei den meisten Mainboards mittlerweile zum Standard gehört.

So ist dann dieser Anfänger-Guide entstanden, auf den ich selber mit Sicherheit immer wieder mal zurückgreifen werde, sobald ich Arch Linux wieder neu aufsetzen muß. Im eigenen Interesse versuche ihn aktuell zu halten. Verbesserungsvorschläge nehme ich natürlich gerne entgegen.

Für einen aktuellen 64bit Desktop PC mit UEFI habe ich mir folgende Vorgaben gesetzt:

  • Verwendung einer aktuellen (!) 64bit Arch-Linux Live-ISO von einem USB-Stick
  • Installation im UEFI-Modus auf einem Desktop PC
  • Die Partitionen auf der Festplatte sind/werden mit GPT erstellt.
  • Verwendung einer 500 Gbyte SSD nur für Arch Linux
  • Der Arbeitsspeicher hat 16 GByte, es sollte jedoch mindestens 2 GByte groß sein.
  • Secure Boot im UEFI Bios de-aktiviert
  • UEFI Boot aktiviert, der BIOS Modus vom Mainboard ist also de-aktiviert!
  • Der GRUB Bootloader wird per UEFI geladen
  • Verwendung des Partitionswerkzeugs gdisk
  • Der Rechner wird über ein LAN-Kabel (automatisch) mit dem Netzwerk verbunden
  • keine Verschlüsselung

c. Vorbereiten eines Live-ISO Bootsticks

Eine aktuelles Arch Linux als ISO Datei zieht man sich hier:
https://www.archlinux.de/download/

Das ISO-Image kann zugleich als Installations-Medium und auch als Live-System verwendet werden, das zur Wartung oder Reparatur benutzt werden kann. Man brennt sie auf CD oder kopiert sie mit dem Programm dd auf einen USB-Stick. Es kann nur für 64bit-Installationen verwendet werden. Den Download benötigt man eigentlich nur für eine Neu-Installation. Ein bestehendes Arch Linux System läßt sich stets mit pacman -Syu aktuell halten.

Auf der Download Seite gibt es auch immer die Checksummen Angaben in der Datei "sha1sums.txt" zur Überprüfung der Download-Datei auf Echtheit. Mit dem Terminal-Befehl sha1sum für das entsprechende ISO File archlinux-DATUM-x86_64.iso erhalt man die passende Checksumme:

  sha1sum archlinux-2019.09.01-x86_64.iso

Checksumme speziell für das ISO archlinux-2019.09.01-x86_64.iso: 67cf5460beb42230a9c07fd6ebc136cbb1181948

Das ISO File muss dann per Kommandozeile auf einen ausreichend großen USB-Stick kopiert werden. Eine genauere Anleitung dazu findet man unter: Linux Bootstick erstellen

Der Aufruf lsblk im Terminal zeigt den Laufwerksbuchstaben x des USB-Sticks /dev/sdx und wird zuerst mit umount ausgehängt.

  sudo umount /dev/sdx

Mit dem dd Befehl wird dann das Arch Live ISO auf den Stick kopiert:

  sudo dd bs=4M if=/path/to/archlinux.iso of=/dev/sdx status=progress && sync

Wer eine anfängertaugliche Lösung benötigt, nimmt die plattformübergreifende Software BalenaEtcher. Schreibt Iso's auf SD Karten und USB Geräte. https://www.balena.io/etcher/

Unter Windows kann man alternativ auch Rufus verwenden, um den Arch Linux Live Stick zu erstellen. In Rufus lädt man dann einfach die Arch Live Iso ein und wählt den passenden USB-Stick aus. Herunterladen kann man es unter: https://rufus.ie/

d. Arch Linux Live-Stick booten und erste Vorbereitungen

Der soeben erstellte Arch Live Stick bootet mit einem Rechnerneustart in ein Boot-Auswahlmenü und zeigt als ersten Eintrag "Arch Linux archiso x86_64 UEFI CD" oder ähnlich. Mit dieser Auswahl wird der Live Stick in den UEFI-Modus gestartet. Am Ende des Bootvorganges wird folgende Zeile angezeigt, die besagt, dass man nun als als root User angemeldet ist:

  root@archiso ~#

Als nächstes stelle ich die Sprache bzw. das Tastaturlayout auf Deutsch um und verwende z, um y zu erhalten:

  loadkeys de

  loadkeys de-latin1

Bei einem großen Monitor (z.B. 34") wie ich ihn verwende, ist die Standard-Schriftausgabe mit 8 Pixeln doch recht klein und nicht allzugut lesbar. Das läßt sich zumindest für diese Session aber leicht ändern. Man erhält eine Übersicht der verfügbaren Fonts mit dem Aufruf

  showconsolefont

  ls /usr/share/kbd/consolefonts/

In der Übersicht sind eine Reihe an Fonts mit den Datei-Extensionen .psfn.gz oder .gz gelistet. Für meinen Monitor wähle ich beispielsweise den Font sun12x22.psfn.gz mit folgender Befehlseingabe:

  setfont sun12x22

Fortan kann ich mit dieser größeren, wesentlich lesbareren Schrift leichter am Monitor arbeiten. Sofern nötig, wird mit

  setfont

wieder auf den Standardfont umgestellt.

e. Partitionierung der Festplatte

Die 500 Gbyte SSD soll gelöscht und passend in mehrere Partitionen aufgeteilt werden. Zumeist reichen für die Root- bzw. Systempartition des Arch Linux Betriebssystems etwa 25 bis 30 Gbyte aus.

Bei geringem physikalischen Arbeitsspeicher (RAM) ist auch eine Swap-Partition sinnvoll bzw. notwendig. Denn sollte mal nicht genügend Arbeitsspeicher (RAM) für die Daten zur Verfügung stehen, können diese auf eine Swap-Partition geschrieben werden. Bei großem Arbeitsspeicher bräuchte die Swap-Partition aber nicht unbedingt angelegt werden, sofern später kein Hibernate verwendet werden soll. Möchte man seinen Rechner in den Hibernate-Modus versetzen, so kann oder sollte die Swap-Partititon in der Regel so groß gewählt werden wie RAM zur Verfügung steht.

Der Rest geht auf die Home Partition, auf die der Benutzer vollen Zugriff auf seine Daten besitzt.

Die folgenden Tabelle zeigt beispielhaft eine Aufteilung der Festplatte auf einem UEFI System mit dem EXT4 Dateisystem. Dabei wird die mindestens 250 Mbyte große Boot Partition mit FAT 32 formatiert.

Die Festplatte ist hier mit /dev/sdb zugeteilt, wobei die einzelnen Partitionen in /dev/sdb1 bis /dev/sdb4 unterteilt sind.

Partition Größe Label Dateisystem Hex Code Erläuterungen
/dev/sdb1 300 M BOOT ESP FAT 32 ef00 Dateien für den Systemstart, Kernel, Bootloader
/dev/sdb2 45 G SYSTEM EXT4 8300 Arch Linux Betriebssystem
/dev/sdb3 400 G HOME EXT4 8300 Dateien und Verzeichnisse für den Benutzer
/dev/sdb4 20 G SWAP Linux Swap 8200 Auslagerungsspeicher für RAM / Hibernate

Mit lsblk verschafft man sich einen Überblick über vorhandene Partitionen und angeschlossene Festplatten. Hier muß man sehr darauf achten, die richtige Festplatte zu "erwischen", ansonsten droht Datenverlust! Nicht benötigte, externe Festplatten sollte man sowieso vorher abklemmen. In diesem Fall soll die 500 Gbyte SSD mit dem Device /dev/sdc zugeteilt sein, also die Festplatte mit dem Buchstaben b.

Zum Partionieren eines UEFI Systems benutze ich nun das mitgelieferte Partitionierungswerkzeug gdisk. Der Aufruf erfolgt in meinem Beispiel mit

  gdisk /dev/sdb

Achtung: das passende Gerät sdX wählen, wobei X für die entsprechende, angeschlossene Festplatte steht. Bei den weiteren Aktionen werden alle Daten der gewählten Festplatte ohne Vorwarnung unwiderruflich gelöscht!

Nach Aufruf von gdisk gibt "?" einen Überblick über die gdisk Befehle. Mit Eingabe von "o" lösche ich alle evtl. vorhandenen Partitionen meiner SSD und mit Eingabe von "n" wird eine neue Partition angelegt. Die möglichen einzelnen Arbeitsschritte sehen in tabellarischer Form folgendermaßen aus:

BOOT-Partition /dev/sdb1 Eingabe 1 Eingabe 2
neue Partition anlegen mit n ENTER
Partition number ENTER
First sector ENTER
Last sector +300 M ENTER
HEX code ef00 ENTER


ROOT-Partition /dev/sdb2 Eingabe 1 Eingabe 2
neue Partition anlegen mit n ENTER
Partition number ENTER
First sector ENTER
Last sector +45 G ENTER
HEX code 8300 ENTER


HOME-Partition /dev/sdb3 Eingabe 1 Eingabe 2
neue Partition anlegen mit n ENTER
Partition number ENTER
First sector ENTER
Last sector +400 G ENTER
HEX code 8300 ENTER


SWAP-Partition /dev/sdb4 Eingabe 1 Eingabe 2
neue Partition anlegen mit n ENTER
Partition number ENTER
First sector ENTER
Last sector +20 G ENTER
HEX code 8200 ENTER


Die Eingabe von "p" zeigt einen Überblick:

GDisk

Wenn die Partitionierung in der Übersicht so übernommen werden soll, muß die Partitionstabelle erst noch geschrieben und damit abgespeichert werden. Mit Eingabe von "w" und der abschließenden Bestätigung mit "Y" werden die Partitionen auch tatsächlich geschrieben bzw. angelegt. Am Schluß erfolgt die Meldung: "OK, writing new GUID partition table (GPT) to /dev/sdb. The operation has completed successfully."

Mit folgendem Befehl kann man sich einen abschließenden Überblick über die neu angelegten Partitionen bzw. über die angeschlossenen Laufwerke verschaffen:

  lsblk

f. Dateisysteme anlegen

Mit mkfs (make file system) werden Dateisysteme angelegt. Soll z.B. die Partition sda1 mit dem ext4 Dateisystem und der Bezeichnung (Label) "p_arch" erstellt werden, so lautet die Eingabe:

  mkfs.ext4 -L p_arch /dev/sda1

Auf meine Festplatte bezogen kann ich mit diesem Befehl alle 4 angelegten Partitionen auf ein bestimmtes Dateisystem formatieren. Die Boot-Partition wird mit fat32, die Root- bzw. die Betriebssystem-Partititon als auch die Home-Partition mit ext4 partitioniert. Mit dem speziellen Aufruf von mkswap wird die Partition für die Auslagerung formatiert.

Boot-Partition

  mkfs.vfat -F 32 -n BOOT /dev/sdb1

Root-Partition

  mkfs.ext4 -L SYSTEM /dev/sdb2

Home-Partition

  mkfs.ext4 -L HOME /dev/sdb3

Swap-Partition

  mkswap -L SWAP /dev/sdb4

g. Dateisysteme einhängen

Nachdem die Partitionen mit den gewünschten Dateisystemen formatiert worden sind, müssen diese noch mit dem Befehl mount eingehängt bzw. gemountet werden. Zuerst wird die Root- bzw. die System-Partition am Einhängepunkt /mnt (Wurzelverzeichnis) eingehängt. Das Device (hier: Root-Partition) /dev/sdb2 wird eingehängt und unter /mnt verfügbar gemacht:

  mount /dev/sdb2 /mnt

Bevor die Boot-Partition sdb1 und auch die Home-Partition sdb3 in einem /mnt Unterverzeichnis der Betriebssystem-Partition verfügbar gemacht werden können, müssen diese erst einmal mit dem Befehl mkdir angelegt werden:

  mkdir /mnt/boot

  mkdir /mnt/home

In diesen neu erstellten Verzeichnissen /mnt/boot und /mnt/home können nun sdb1 und sdb3 eingehängt und verfügbar gemacht werden:

  mount /dev/sdb1 /mnt/boot/

  mount /dev/sdb3 /mnt/home/

Das Aktivieren bzw. Einschalten der Swap-Partition geht mit dem Aufruf:

  swapon /dev/sdb4

Die Festplatte ist nun für die Arch Linux Installation vorbereitet. Sie ist vollständig partitioniert und die Dateisysteme sind erstellt und passend eingehängt. An dieser Stelle kann man sich nochmals mit lsblk einen letzten Überblick über die eingehängten Partitionen und vorhandenen Dateisysteme verschaffen.

h. Installation des Basissystems

Arch Linux braucht bei der Installation eine Internetverbindung, um die benötigten Pakete herunterladen zu können. Da in meinem Falle eine DSL Kabelverbindung am Router besteht (LAN), sollte es keine Verbindungsprobleme geben. Zur Kontrolle lasse ich mir die IP Adresse und die Verbindung mit dem ping Aufruf anzeigen. Gibt es bei der Ausgabe keine Fehlermeldung, besteht folglich eine Internetverbindung und die Installation kann beginnen.

  ip a

  ping -c3 google.de

Das Arch Linux Basissystem wird durch Eingabe von pacstrap installiert:

  pacstrap /mnt base base-devel

Die Gruppe "base" lädt Pakete aus dem Repository für ein minimales System, "base-devel" lädt zusätzlich Extra-Tools, die es ermöglichen, weitere Software aus dem AUR zu installieren.

i. fstab erzeugen

Die Konfigurationsdatei fstab (file system table) enthält eine Liste aller zu mountender Dateisysteme und liegt im Verzeichnis /etc/fstab.

Dazu muss man die UUID angeben, den Mount-Punkt (an dem das System eingebunden werden soll), der Typ des Dateisystems sowie Optionen zum Einbinden, Parameter für das Dump-Programm (Backup) und der Pass-Parameter, welcher zur Dateisystemüberprüfung dient.

Sie muß hier erst noch mit folgendem Aufruf mit Labelbezeichnung erzeugt werden, wobei alle Partitionen bereits mit einem Label "L" (siehe: e. Dateisysteme anlegen) versehen sein müssen:

  genfstab -Lp /mnt >> /mnt/etc/fstab

Die Datei fstab wird mit allen eingebundenen, bereits gemounteten (!) Laufwerken erzeugt. Das Programm genfstab nimmt also nur die Geräte in die Datei fstab auf, die bereits gemountet sind. So können auch nachträglich Festplatten oder andere Laufwerke an das System angebunden und anschließend in die Datei fstab aufgenommen werden. Sicherheitshalber sollte man aber eine Sicherungskopie von fstab anlegen:

  cp /etc/fstab /etc/fstab.old

Mit dem cat Aufruf läßt sich fstab nochmals anzeigen:

  cat /mnt/etc/fstab

Da Arch Linux auf einer SSD installiert ist, benötigt man deshalb noch einige Anpassungen der Konfigurationsdatei fstab. Mit dem nano Editor wird fstab geöffnet:

  nano /mnt/etc/fstab

Nach den Anpassungen sollte das Ergebnis in der fstab so aussehen:

file system mountpoint type options dump pass
LABEL=ROOT / ext4 rw,defaults,noatime,discard 0 0
LABEL=HOME / ext4 rw,defaults,noatime,discard 0 0
LABEL=SWAP none swap defaults,noatime,discard 0 0

Als Dump und Pass gebe ich immer 0 an, da ich kein automatisches Backup mit dump erstellen will und meine Dateisysteme auch nicht automatisch überprüft werden sollen.

Wurde die /etc/fstab geändert, können die Änderungen direkt im System mit sudo mount -a übernommen werden. Andernfalls werden sie nach einem Reboot wirksam. Werden keine Fehlermeldungen ausgegeben, sollten die Daten an dem angegebenen MountPoint verfügbar sein.

Änderungen werden erst nach einem Neueinlesen der fstab wirksam. Ohne Neustart kann man dies mit

  sudo mount -a

j. GRUB Bootloader per UEFI installieren

  arch-chroot /mnt/

Mit diesem Aufruf wechselt man vom Live ISO in das neue System von /mnt/. Die Installation des GRUB Bootloaders erfolgt mit

  pacman -S grub

Weitere optionale Abhängigkeiten von GRUB für weitere benötigte Werkzeuge für UEFI werden folgendermaßen eingebunden:

  pacman -S dosfstools efibootmgr mtools

Fortsetzung der GRUB Installation für 64bit UEFI:

  grub-install --target=x86_64-efi --efi-directory=/boot --bootloader-id=grub

Abschließend muß noch die Grub Konfiguration generiert werden. Zuvor sollte jedoch womöglich noch das Grub-Verzeichnis erstellt werden, sofern das Grub-Paket keine Konfigurationsdatei in /boot/grub angelegt hat:

  mkdir /boot/grub

  grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg

Damit ist die Grub Installation abgeschlossen.

k. Systemkonfiguration

Im Folgenden werden eine Reihe an wichtigen Grund-Konfigurationen vor dem ersten Systemstart vorgenommen.

Der Rechnername wird festgelegt (hier: kitty) mit

  echo kitty > /etc/hostname

Die Systemsprache wird auf Deutsch eingestellt.

  echo LANG=de_DE.UTF-8 > /etc/locale.conf

  echo LC_COLLATE=C > /etc/locale.conf

  echo LANGUAGE=de_DE > /etc/locale.conf

Die Konfigurationsdatei locale.gen mit dem nano Editor öffnen:

  nano /etc/locale.gen

Das Kommentarzeichen "#" am Anfang folgender Zeilen entfernen und dann abspeichern:

.#de_DE.UTF-8 UTF-8
.#de_DE ISO-8859-1
.#de_DE@euro ISO-8859-15

Abschließend generieren mit:

  locale-gen

Die Tastaturbelegung und Schriftart in vconsole.conf festlegen:

  echo KEYMAP=de-latin1 > /etc/vconsole.conf

  echo FONT=lat9w-16 >> /etc/vconsole.conf

Die Zeitzone festlegen:

  ln -sf /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime

Über die "pacman.conf" Datei läßt sich das Aussehen und Verhalten des Paketmanagers Pacman ändern. Mit Nano wird diese Datei geöffnet:

  sudo nano /etc/pacman.conf

In den "Misc options" werden durch das Entfernen des #-Zeichen bei "Color" bestimmte Zeichen farbig dargestellt. Durch Einfügen in einer leeren Zeile ILoveCandy wird dem Fortschrittsbalken ein richtiger Pacman hinzugefügt! Möchte man Pakete ganz übersichtlich in einer tabellarischen Form angezeigt bekommen, so sollte das #-Zeichen vor VerbosePkgLists entfernt werden. Falls man für das 64bit Betriebssystem 32bit Bibliotheken benötigt, muss bei "multilib" das multilib-Repository aktiviert werden:

  SigLevel = PackageRequired TrustedOnly

  Include = /etc/pacman.d/mirrorlist

Anschließend muß die Pacman Repository Datenbanken neu geladen werden:

  pacman -Sy

Setzen des Root-Passwortes mit

  passwd

Einen Benutzer mit useradd hinzufügen. Der Benutzername darf nur Kleinbuchstaben und Sonderzeichen enthalten. Der Benutzername ist hier mit "cat" gewählt.

  useradd -m -g users -G wheel,audio,video,games,power -s /bin/bash cat

Passwortvergabe für den Benutzer "cat" mit zweifacher Passworteingabe:

  passwd cat

Um ein Kommando mit Rootrechten ausführen:

  pacman -S sudo

Damit der Benutzer Rootrechte erhält, muß eine Konfiguration verändert werden:

  EDITOR=nano visudo

Bei folgenden Zeilen müssen die Kommentarzeichen # und das Leerzeichen entfernt werden:

  # %wheel ALL=(ALL) ALL

Nach dem Abspeichern haben damit alle User der Gruppe wheel Administratorrechte, wenn sie sudo verwenden.

Benutzer cat zur Gruppe wheel hinzufügen:

  gpasswd -a cat wheel

Weitere nützliche Dienste werden installiert und aktiviert mit

  pacman -S acpid avahi cups cronie

wobei acpid für die Energieverwaltung, avahi für die Netzwerkerkennung, cups für Drucker und cronie für zeitgesteuerte Aufgaben steht. Um diese Dienste automatisch beim Booten zu starten, werden sie mit folgendem Aufruf aktiviert:

  systemctl enable acpid avahi-daemon org.cups.cupsd.service cronie

Automatische Korrektur der Zeit mit

  systemctl enable --now systemd-timesyncd.service

Überprüfen mit

  date

Anschließend läßt sich die CMOS Uhr auf der Hauptplatine korrigieren mit

  hwclock -w

Weitere (schönere) Schriftarten (optional) installieren mit einer Sammlung freier Schriftarten:

  pacman -S ttf-dejavu

  pacman -S ttf-liberation

  pacman -S ttf-ms-fonts

l. Installation und Konfiguration von X

X ermöglicht die Benutzung einer graphischen Oberfläche unter einem Linux-System, wie das Darstellen von Fenstern auf dem Bildschirm und die Interaktionen mit Maus und Tastatur. Mithilfe von pacman werden hierfür die Basis-Pakete von Xorg installiert.

  pacman -S xorg-server xorg-xinit

Damit sind die Basispakete installiert, die für die Benutzung von X gebraucht werden.

m. Grafiktreiber installieren

Nun wird der Treiber für die Grafikkarte hinzugefügt. Mit

  lspci |grep VGA

zeigt die vorhandene Grafikkarte:

  29:00.0 VGA compatible controller: NVIDIA Corporation GP104 [GeForce GTX 1070] (rev a1)

In meinem Rechner ist demnach eine NVidia GTX 1070 verbaut und ich verwende jedoch keinen Open Source Treiber, sondern den proprietären NVidia Grafiktreiber. Er ist für Spieler momentan die beste Wahl. Die Treiber-Installation geht mit

  pacman -S nvidia

Wem der Open Source Treiber reicht, gibt für seine Grafikkarte den passenden Befehl ein, vorausgesetzt sie ist einigermaßen aktuell:

Hersteller Befehlsaufruf des Open Source Pakets
Intel pacman -S xf86-video-intel
AMD pacman -S xf86-video-amdgpu
Nvidia pacman -S xf86-video-nouveau

Ist man sich jedoch weiterhin unsicher, welches Treiber-Paket zu seiner Grafikkarte paßt, so lassen sich auch die gesamten Videotreiber installieren mit:

  pacman -S xorg-drivers

Xorg lädt dann selbst den passenden Treiber.

n. Der Xfce Desktop

Xfce gehört zu den stabilsten und sparsamsten Bedienungsoberflächen unter Linux. Sein Markenzeichen ist der geringe Speicherbedarf und die niedrige CPU Auslastung. Zudem ist der Xfce-Desktop einfach und übersichtlich.

Die Basis Xfce-Installation mit einigen Extras wie dem Pulseaudio-Plugin und dem Whisker Menü:

  pacman -S xfce4 xfce4-goodies human-icon-theme

Bei der weiteren Abfrage sollte man am besten alle Pakete installieren. Mit mehr Komfort kann die Xfce4 auch mit viel Zubehör eingerichtet werden:

  pacman -S xfce4 xfce4-goodies human-icon-theme lightdm lightdm-gtk-greeter bash-completion networkmanager network-manager-applet nm-connection-editor alsa-tools alsa-utils pulseaudio-alsa pavucontrol

pacman -S xfce4 xfce4-goodies human-icon-theme lightdm lightdm-gtk-greeter bash-completion networkmanager network-manager-applet nm-connection-editor alsa-tools alsa-utils pulseaudio-alsa pavucontrol

Auch hier werden am besten alle Pakete (default=all) installiert. Jetzt muß noch der Display- und Network-Manager aktiviert werden:

  systemctl enable lightdm.service NetworkManager

Bitte auf Großschreibung NetworkManager achten. Beim ersten Start des Systems startet der Display-Manager und nach dem Login läuft der Network-Manager, der automatisch eine IP-Adresse mit einer Internetverbindung erstellt.

Zum Schluss das installierte Arch-Linux auf der Root-Partition /dev/sdc3 verlassen und neu starten.

  exit

  umount /dev/sdc3

Neustart mit:

  reboot

Aktualisieren Sie anschließend Ihr System mit:

  pacman -Syu