Eine ausführliche Anleitung für Einsteiger und Fortgeschrittene
Stand: 27. Februar 2026
In Bearbeitung
Anleitung als PDF hier herunterladen: Arch-Linux-Post-Installation.pdf
Die PDF-Anleitung zur Post- als auch zur Arch-Installation kann je nach Wunsch ausgedruckt oder auf ein Tablet geladen werden, um sie für die Installation an der Konsole als auch als Nachschlagwerk oder gar für den Notfall (offline) zur Hand zu haben.
Nach der Installation: Das System optimal einrichten
Sobald das Grundsystem von Arch Linux läuft, folgen die entscheidenden Schritte, um die Hardware-Ressourcen der AM5-Plattform und der RDNA 3-Grafikkarte effizient zu nutzen. In dieser Post-Installation konzentrieren wir uns auf die notwendigen Konfigurationen, die über eine Standard-Installation hinausgehen.
Wir verifizieren die Hardware-Beschleunigung der GPU für Video-Streaming und Gaming und richten ein zRAM-basiertes Speichermanagement ein, um die NVMe-SSD zu schonen. Zudem beheben wir typische Usability-Hürden beim Autologin und erstellen eine zuverlässige Backup-Strategie für den Ernstfall. Ziel ist ein stabiles, performantes Arbeitssystem, das die Möglichkeiten moderner Hardware voll ausschöpft.
Hardware- & Performance-Tuning
AMD GPU: Hardware-Beschleunigung & Leistung prüfen
Zram: SSD-Schonung & Performance-Boost für AM5-Systeme
Desktop-Konfiguration & Usability
Grundlegendes: Die ersten Schritte im neuen System
Deutsches Layout & Autologin-Fix
Schlüsselbund-Abfrage bei Autologin vermeiden
Pamac: Die grafische Brücke zum AUR
Xfce Screenshot: Die Druck-Taste optimieren
Datensicherung & Notfallplan
Das "Golden Image" – Vollsicherung mit RescueZilla
Der Notfallplan: Boot-Recovery & EFISTUB-Reparatur
Nachdem das System zum ersten Mal im Desktop gelandet ist, stellt sich die Frage: Nutzt Linux die volle Kraft deiner Grafikkarte oder läuft alles nur "auf Sparflamme" über den Hauptprozessor? Besonders bei modernen Karten wie der RX 7000er Serie ist eine korrekte Hardware-Beschleunigung entscheidend für flüssiges Gaming, ruckelfreies 4K-Streaming und eine niedrige Systemtemperatur.
Mit den folgenden Schritten verifizierst du, dass dein Grafik-Stack (Mesa & VA-API) perfekt auf deine Hardware abgestimmt ist.
I. Welcher Kernel-Treiber wird verwendet?
Zuerst prüfen wir, ob das System den korrekten Treiber für die RDNA 3 Architektur geladen hat.
lspci -k | grep -A 3 -E "VGA|Display"
II. 3D-Check (Mesa/OpenGL)
Hier prüfen wir, ob der Grafikstack deine Karte direkt anspricht oder ob das System fälschlicherweise auf Software-Rendering (CPU) zurückgreift.
sudo pacman -S mesa-utils
glxinfo | grep "OpenGL renderer"
III. Video-Check (VA-API & AV1)
Moderne Grafikkarten ab der RX 6000/7000er Serie beherrschen die Dekodierung von hochauflösenden Videos (z. B. YouTube in 4K/8K) direkt in der Hardware. Besonders wichtig für aktuelle AMD-Karten ist der AV1-Standard.
sudo pacman -S libva-utils
vainfo
IV. Vulkan-Status (Wichtig für Gaming/Steam)
Prüfe, ob die Vulkan-Schnittstelle (RADV) für moderne Spiele korrekt bereitgestellt wird.
sudo pacman -S vulkan-tools
vulkaninfo --summary
V. Der Live-Monitor (GPU-Last & Sensoren)
Um deiner Karte bei der Arbeit zuzusehen und Taktraten, VRAM-Belegung sowie die Temperatur (Junction) zu überwachen, ist amdgpu_top das modernste Werkzeug:
sudo pacman -S amdgpu_top
sudo amdgpu_top
VI. Firefox-Tuning: Hardware-Beschleunigung aktivieren
Standardmäßig nutzt Firefox unter Linux oft die CPU für Videos, was bei 4K/AV1-Streams zu hoher Last führt. So zwingst du den Browser, deine RDNA 3 Karte zu nutzen:
Kontrolle: Starte ein hochauflösendes YouTube-Video. Wenn du nun im Terminal parallel sudo amdgpu_top ausführst, siehst du unter Video eine Auslastung – deine GPU übernimmt jetzt die Arbeit, während die CPU kühl bleibt.
???????????????????? journalctl -p 3 -b -1
Anstatt wertvollen Platz auf deiner SSD für eine langsame Swap-Partition zu opfern oder die Lebensdauer deiner NVMe durch unnötige Schreibzugriffe zu belasten, nutzen wir zRAM. Dabei wird ein Teil deines Arbeitsspeichers als extrem schneller, komprimierter Auslagerungsspeicher reserviert. Dies schont die Hardware und sorgt für maximale Stabilität bei Lastspitzen.
a. Installation:
In Arch Linux installieren wir den Generator mit:
sudo pacman -S zram-generator
b. Konfiguration erstellen
Erstelle die Datei /etc/systemd/zram-generator.conf:
sudo nano /etc/systemd/zram-generator.conf
Füge diesen Inhalt ein (ideal für 32 GB RAM):
[zram0]
zram-size = min(ram / 2, 4096)
compression-algorithm = zstd
c. Optimierung der "Swappiness"
Damit Linux den schnellen zRAM-Speicher gegenüber der SSD bevorzugt, weisen wir den Kernel an, den zRAM-Swap intensiv zu nutzen. Erstelle eine neue Datei für die Kernel-Parameter:
sudo nano /etc/sysctl.d/99-zram.conf
Inhalt einfügen:
vm.swappiness = 180
vm.watermark_boost_factor = 0
vm.watermark_scale_factor = 125
vm.page-cluster = 0
d. Aktivieren & Kontrolle
Lade die Konfiguration neu und starte den Dienst:
sudo systemctl daemon-reload
sudo systemctl start systemd-zram-setup@zram0.service
sudo sysctl --system
Prüfe den Status mit:
zramctl
Ergebnis: Du hast nun einen blitzschnellen Swap-Bereich im RAM, der 0 Byte auf deiner SSD belegt.
Nach der erfolgreichen Installation von Arch Linux ist das System zwar betriebsbereit, gleicht aber noch einem Rohbau. In diesem Kapitel führen wir die entscheidenden ersten Schritte aus, um die Systemsicherheit durch aktuelle Schlüssel zu gewährleisten und die Performance deiner AM5-Hardware zu validieren. Von der Optimierung der Bootzeit bis hin zur Einrichtung eines modernen Startmenüs und der wichtigsten Software-Pakete legen wir hier das Fundament für einen stabilen und komfortablen Arbeitsalltag unter Xfce.
I. Schlüssel-Wartung (Keyring-Update)
Bevor du das erste große System-Update fährst, solltest du die offiziellen Schlüssel der Arch-Maintainer aktualisieren. Dies verhindert den berüchtigten Fehler „unbekannter Signatur“ oder „ungültiges Paket“.
sudo pacman -Sy archlinux-keyring
II. System-Update & Dienst-Check
Zuerst bringen wir das System auf den absolut neuesten Stand und prüfen, ob alle Hintergrunddienste sauber gestartet sind.
III. Performance-Check: Wie schnell bootet dein AM5-System ?
Dank deiner BIOS-Optimierungen aus dem vorherigen Kapitel "BIOS/UEFI Vorbereitung" sollte die Bootzeit für ein High-End-System beeindruckend kurz sein. Mit folgendem Befehl schlüsseln wir die Zeit auf:
systemd-analyze
IV. Xfce-Komfort: Das Whisker-Menü
Das Standard-Menü von Xfce ist funktional, aber das Whisker-Menü bietet eine moderne Suche und Favoriten.
Wenn du das Whiskermenu aktivierst, kannst du in den Einstellungen des Menüs (Rechtsklick auf das Icon -> Eigenschaften) unter "Tastaturbefehle" die Super-Taste (Windows-Taste) zuweisen. Das macht den Workflow für viele Umsteiger deutlich natürlicher.
V. Software-Grundausstattung
Für einen schnellen Start empfehlen wir diese bewährten Programme, wie ein Internet-Browser (z.B. Firefox), der auf keinen Fall fehlen sollte. Installiere sie gesammelt mit:
sudo pacman -S libreoffice-fresh libreoffice-fresh-de hunspell-de
sudo pacman -S firefox firefox-i18n-de
sudo pacman -S thunderbird thunderbird-i18n-de
sudo pacman -S vlc
VI. Fastfetch: Der Sytem-Überblick auf einen Blick
In der Arch-Community gehört es fast zum guten Ton: Ein kurzes Info-Tool im Terminal, das die wichtigsten Hardware-Daten, den Kernel-Stand und das installierte Theme schick aufbereitet anzeigt. Fastfetch ist der moderne, extrem schnelle Nachfolger des Klassikers neofetch und liest deine AM5-CPU und RDNA 3 Grafikkarte präzise aus.
a. Installation Sofern du es nicht bereits während der Grundinstallation (chroot) mitgenommen hast:
sudo pacman -S fastfetch
b. Manueller Aufruf Tippe einfach fastfetch in dein Terminal. Du erhältst sofort eine Zusammenfassung über dein System (OS, Kernel, Paketzahl, GPU-Modell und RAM-Auslastung).
c. Profi-Tipp: Autostart im Terminal Damit du bei jedem Öffnen des Terminals sofort siehst, dass dein System gesund ist, kannst du Fastfetch automatisieren. Füge den Befehl einfach am Ende deiner Benutzer-Konfiguration hinzu:
echo "fastfetch" >> ~/.bashrc
Ergebnis: Ab dem nächsten Start des Terminals begrüßt dich dein Arch Linux mit dem stylischen Logo und allen relevanten System-Daten deiner High-End-Hardware.
VII. Thunar - Der Dateimanager
Thunar ist das Herzstück deines Xfce-Desktops. Er zeichnet sich durch extreme Geschwindigkeit und ein klares Design aus. Doch unter der Haube stecken Funktionen, die den Desktop-Alltag erheblich erleichtern können.
a. Die wichtigsten Shortcuts & Ansichten
Um den Überblick über deine Dateien zu behalten, helfen diese schnellen Tastenkombinationen:
b. Nützliche Erweiterungen (Plugins) Thunar lässt sich funktional erweitern. Falls du viel mit Archiven oder Bildern arbeitest, installiere diese Pakete nach:
sudo pacman -S thunar-archive-plugin thunar-volman thunar-media-tags-plugin
Bei einer händischen Arch-Installation kann es vorkommen, dass das System nach dem Booten auf das englische Tastaturlayout zurückfällt. Wenn du zudem Autologin nutzt, greifen manche systemweite Einstellungen nicht rechtzeitig. Hier sind die drei effizientesten Wege, um das deutsche Layout zu erzwingen.
Hinweis für Autologin-Nutzer: Da der Desktop beim automatischen Login extrem schnell geladen wird, greift die systemweite Variante 1 manchmal nicht rechtzeitig. Solltest du trotz localectl ein englisches Layout vorfinden, nutze unbedingt Variante 3 (Autostart-Fix), um die Tastatur stabil auf Deutsch umzustellen."
Variante 1: Die systemweite Lösung (Der Profi-Weg)
Dies ist die stabilste Methode für Arch Linux, da sie das Layout bereits auf Systemebene (X11) festschreibt, noch bevor Xfce geladen wird. Dies ist die „sauberste“ Lösung, um Probleme beim Autologin von vornherein zu vermeiden.
a. Öffne ein Terminal.
b. Gib folgenden Befehl ein, um das Layout dauerhaft zu setzen:
sudo localectl set-x11-keymap de
c. Die Überprüfung: Um sicherzugehen, dass das System die Einstellung übernommen hat, kannst du den Status abfragen:
localectl status
Die Ausgabe sollte so aussehen:
System Locale: LANG=de_DE.UTF-8
VC Keymap: de (Layout für die Konsole)
X11 Layout: de (Layout für Xfce/Grafik)
Die Ausgabe im Terminal enthält oft zusätzliche Zeilen wie X11 Model: pc105, was völlig normal ist.
Vorteil: Diese Einstellung ist permanent, gilt für alle Benutzer und funktioniert sogar schon im Login-Manager (LightDM) oder auf der Kommandozeile (TTY), ohne dass zusätzliche Autostart-Skripte geladen werden müssen.
Variante 2: Der offizielle Xfce-Weg (Beste Usability)
Variante 3: Der Autostart-Befehl (Sicherster Fix bei Autologin)
Falls Xfce die Einstellung beim automatischen Login ignoriert, erzwingen wir das Layout mit einer minimalen Verzögerung direkt beim Start:
Fülle die Felder wie folgt aus:
Name: Tastatur Deutsch Fix Beschreibung: Erzwingt deutsches Layout beim Login Befehl: sh -c "sleep 1 && setxkbmap de" Auslöser: bei der Anmeldung
Wenn du dich für den Autologin entschieden hast, startet Arch Linux direkt in den Desktop, ohne dass du dein Benutzerpasswort eingeben musst. Das hat jedoch einen technischen Haken: Der sogenannte Anmelde-Schlüsselbund (Gnome-Keyring), der Passwörter für Anwendungen wie Pamac, Google Chrome oder WLAN-Verbindungen sicher speichert, bleibt verschlüsselt.
Sobald du eine dieser Apps startest, erscheint ein nerviges Pop-up: "Der Anmeldeschlüsselbund wurde nicht entsperrt". Um diesen Komfort-Einbruch zu beheben, kannst du das Passwort des Schlüsselbunds „nullen“.
Es ist wichtig zu verstehen, was dieser Fix beim Autologin bewirkt und was nicht:
a. Verwaltungstool installieren:
Installiere das Programm Seahorse, um den Schlüsselbund grafisch zu verwalten:
sudo pacman -S seahorse
b. Passwort-Manager öffnen:
Suche im Whiskermenü nach „Passwörter und Verschlüsselung“ (Seahorse).
c. Anmelde-Passwort ändern:
d. Schlüsselbund „nullen“:
Ergebnis: Da das Passwort des Schlüsselbunds nun „leer“ ist, kann Xfce diesen beim Booten vollautomatisch im Hintergrund öffnen.
Pamac ist eine leistungsstarke grafische Paketverwaltung, die auf dem Standard-Tool Pacman aufsetzt. Sie vereinfacht das Suchen, Installieren und Aktualisieren von Anwendungen erheblich und bietet eine intuitive Oberfläche für das gesamte Systemmanagement. Der größte Vorteil für Arch-Nutzer: Pamac integriert das AUR (Arch User Repository) nahtlos, sodass auch Community-Pakete per Mausklick verwaltet werden können.
Wichtiger Hinweis: Für die folgenden Schritte ist die Installation von git und der Paketgruppe base-devel zwingende Voraussetzung. Sofern du meiner Arch Linux Installationsanleitung gefolgt bist, sollten diese Komponenten bereits auf deinem System vorhanden sein. Falls nicht, holen wir dies im ersten Schritt nach.
I. Voraussetzungen schaffen
Wir stellen sicher, dass alle notwendigen Werkzeuge zum Bauen von AUR-Paketen sowie die Unterstützung für grafische App-Metadaten installiert sind:
sudo pacman -S --needed git base-devel appstream-glib
Der Parameter --needed sorgt dafür, dass bereits installierte Pakete übersprungen werden.
II. Installation der Basis-Daten (Appstream)
Damit Pamac Icons und Beschreibungen korrekt anzeigt:
git clone https://aur.archlinux.org/archlinux-appstream-data-pamac
cd archlinux-appstream-data-pamac
makepkg -si
cd ..
III. Installation von libpamac & Pamac
Wir installieren nun die Kern-Bibliothek und anschließend die grafische Oberfläche. (Hinweis: Wir nutzen hier die bewährten AUR-Versionen).
Schritt 1: Bibliothek bauen
git clone https://aur.archlinux.org/libpamac-aur
cd libpamac-aur
makepkg -si
cd ..
Schritt 2: Pamac Oberfläche bauen
git clone https://aur.archlinux.org/pamac-aur
cd pamac-aur
makepkg -si
cd ..
IV. Aufräumen
Nach der erfolgreichen Installation können die Bau-Verzeichnisse gelöscht werden:
rm -rf archlinux-appstream-data-pamac libpamac-aur pamac-aur
V. Einrichtung & AUR-Aktivierung
Check: Mit folgendem Befehl kannst du prüfen, ob alle Komponenten korrekt installiert sind:
pacman -Qs pamac
Anstatt einer automatischen Speicherung oder eines nervigen Auswahlmenüs möchten wir mit der Druck-Taste sofort einen Bereich wählen und danach direkt den Dateinamen vergeben und auch das gewünschte Verzeichnis selbst wählen bzw. erstellen.
So stellst du das Screenshot-Verhalten ein:
Öffne das Xfce-Menü -> Einstellungen -> Tastatur.
Wechsle zum Reiter Anwendungs-Tastenkürzel.
Suche den vorhandenen Eintrag für die Taste Print / Druck und lösche ihn.
Auf Hinzufügen klicken und exakt diesen Befehl eingeben:
xfce4-screenshooter -r -s ~/Schreibtisch
Bestätige und drücke bei der Abfrage die DRUCK-Taste, um sie zuzuweisen.
Hinweis: Falls dein System auf Englisch steht, nutze ~/Desktop.
Wichtig: Der Befehl funktioniert erst, wenn der Ordner tatsächlich existiert. Führe nach dem ersten Login einmalig diesen Befehl im Terminal aus:
xdg-user-dirs-update
Warum dieser Befehl?
Ergebnis: Du drückst DRUCK, wählst den Bereich, tippst deinen individuellen Namen (z. B. Partition-Layout.png) und drückst Enter. Das Bild liegt sofort griffbereit auf deinem Desktop. An dieser Stelle kannst du im Speichern-Dialog natürlich jederzeit auch andere Verzeichnisse wählen oder neue Ordner erstellen.
Nachdem der Desktop, die Treiber und die Lokalisierung perfekt eingerichtet sind, macht es Sinn, ein statisches Abbild (Image) der gesamten NVMe bzw. Eures System-Datenträgers zu erstellen. Dies ist die letzte Instanz der Absicherung, falls das Dateisystem korrumpiert oder das UEFI-Boot-Management (EFISTUB) fehlschlägt. Auch nach einem Bios-Update kann dieses Worst-Case Szenario ohne Weiteres auftreten.
1. Vorbereitung im laufenden System
Um das Image so klein und sauber wie möglich zu halten, sollte der belegte Speicherplatz optimiert werden:
2. Der Backup-Prozess (Cold Backup)
Hinweis: Beim Vergeben des Image-Dateinamens sollten keine Sonderzeichen und keine Leerzeichen verwendet werden. Damit vermeidet man Ärger bei manchen Filesystemen wie FAT32 auf Backup-Platten.
3. Validierung (Wichtig!)
Nach Abschluss der Sicherung bietet RescueZilla eine Verifizierung an. Führe diese beim ersten "Golden Image" unbedingt durch, um sicherzustellen, dass das Image im Ernstfall fehlerfrei gelesen werden kann.
4. Recovery-Strategie (Notfall)
Sollte das System nicht mehr starten:
Der Ernstfall: Wir haben bereits für den Fall aller Fälle eine Arch-Komplett-Sicherung mit RescueZilla erstellt. Nach einem Bios-Update oder nach dem Wiederherstellen des Betriebssystems mit RescueZilla schlägt der Bootvorgang fehl und Arch startet nicht in den Desktop. Zwar ist die Sicherung im Idealfall wiederhergestellt, aber der NVRAM des Mainboards (die Boot-Einträge im BIOS) wird nicht immer automatisch neu beschrieben.
Bei modernen AM5-Mainboards werden bei einem BIOS-Update oder einem CMOS-Reset (etwa durch Batteriewechsel oder Übertaktungs-Fehler) die NVRAM-Variablen gelöscht. Da dein System via EFISTUB direkt bootet, verschwindet damit der „Wegweiser“ zum Kernel, obwohl dein System auf der Platte völlig unversehrt ist.
Wichtiger Hinweis: Damit du im Notfalls auch tatsächlich Zugriff auf diesen "Rettungsplan" hast, empfehle ich dir, dieses Kapitel auszudrucken oder anderweitig (z.B. auf einem Tablet) zur Hand zu haben.
1. Vorbereitung: Start über das Arch-Live-Medium
Um den Boot-Eintrag zu reparieren, müssen wir "von außen" auf das System zugreifen. Einen Arch-Live-Bootstick haben wir bereits in der Anleitung zur Arch-Installation erstellt und dieser kommt uns hier zugute. Je nach Mainboard gelangen wir mit den Tasten F8, F11 oder F12 in das Boot-Auswahlmenü.
Beispiel für NVMe:
mount /dev/nvme0n1p2 /mnt # Deine Root-Partition
mount /dev/nvme0n1p1 /mnt/boot # Deine EFI-Partition
Bevor man mountet: Mit dem Befehl lsblk lassen sich die Device-Namen der Partitionen prüfen, da sie sich im Live-System verschoben haben können (z. B. von nvme0n1 auf nvme1n1).
2. Durchführung der Reparatur (Chroot)
Wir wechseln in das System:
arch-chroot /mnt
Da alle Dateien (Kernel, Microcode) bereits an ihrem Platz sind, musst du dem BIOS nur noch sagen, wo sie liegen. Hierbei sollen zwei Wege aufgezeigt werden, den Booteintrag per efibootmgr zu reparieren.
Weg 1: händische Eingabe
Wer diesen Weg nimmt und alles per Hand eingibt, überspringt natürlich Weg 2. Bitte auf genaue Schreibweise achten!
⚠️ Wichtiger Hinweis zur Befehlseingabe:
Der folgende Befehl ist eine einzige, zusammenhängende Zeile. Aufgrund der Lesbarkeit im Dokument wird er am Seitenrand automatisch umgebrochen. Du musst ihn jedoch ohne Unterbrechung als eine einzige lange Zeile in das Terminal tippen. Drücke erst ganz am Ende (nach den letzten Anführungszeichen ") die Enter-Taste. Ein vergessenes Leerzeichen oder ein Tippfehler bei der PARTUUID hingegen führt dazu, dass das System nicht startet.
Befehl (bitte ohne Umbruch eingeben):
efibootmgr --create --disk /dev/nvme0n1 --part 1 --label "Arch Linux" --loader /vmlinuz-linux --unicode "root=PARTUUID=$(blkid -s PARTUUID -o value /dev/nvme0n1p2) rw amdgpu.modeset=1 initrd=\amd-ucode.img initrd=\initramfs-linux.img quiet splash"
Beachte:
Weg 2: Verwendung der zuvor angelegten Script-Datei im Verzeichnis /root/fix-boot.sh
Anstatt im Stress komplexe Befehle manuell einzutippen, nutzen wir das bei der Arch Installation unter Kapitel t. Boot-Management: UEFI-Direktboot (EFISTUB) vorbereitete Rettungs-Skript /root/fix-boot.sh durch folgende Eingabe:
bash /root/fix-boot.sh
Das Skript führt den langen Befehl fehlerfrei für dich aus. Wie so eine Script Datei erstellt werden kann, wird ausführlich in Arch Linux | Installation im Kapitel s. Boot-Management: UEFI-Direktboot (EFISTUB) beschrieben.
Hinweis: Falls das Skript nach dem Restore die Ausführungsrechte verloren haben sollte (was bei RescueZilla/Btrfs unwahrscheinlich ist, aber vorkommen kann), hilft folgender Aufruf vor dem Ausführen:
chmod +x /root/fix-boot.sh
3. Abschluß
exit # Chroot verlassen
reboot # Neustart
Nach dem Neustart und dem Entfernen des USB-Sticks wird das Mainboard das System wieder wie gewohnt über den Direct Boot starten.
Wichtiger Check nach dem Neustart:
Solltest du ein aktuelles MSI Board besitzen und nach dem Reboot direkt wieder im BIOS landen, prüfe diese zwei MSI-spezifischen Einstellungen: